20. November 2014

EDP in einer indischen Textilfabrik

Für unsere siebzehn Teilnehmenden aus Politik, Entwicklungszusammenarbeit, Zivilgesellschaft und Textilwirtschaft öffnete im Oktober die große indische Textilfirma ALOK Industries Ltd. ihre Tore. Acht ausgewählte Arbeiterfamilien beherbergten die Teilnehmenden und ließen sie an ihrem Alltags- und Arbeitsleben für drei Tage teilhaben.
Daraus leiteten die Teilnehmenden folgende vier Lernfelder als für sie besonders bedeutsam ab: Binnenmigration, kultureller Kontext (Hierarchien, geschlechterspezifisches Rollenverständnis, etc.), Wertschätzung von Arbeit (Mindestlohn, living wage, „Glück“ und Zufriedenheit) sowie die vertikale Komplexität der Wertschöpfungskette.
Am Ende des Programms fand ein Dialogworkshop mit Führungskräften aus verschiedenen Verantwortungsbereichen des Unternehmens statt. Dadurch war ein aufschlussreicher Einblick in die Unternehmenskultur der gastgebenden Firma möglich. Die Firmenvertreter konfrontierten die Teilnehmenden mit den gegenwärtigen Herausforderungen auf den nationalen und internationalen Märkten als auch mit den sich verändernden Ansprüchen der Gesellschaft (u.a. Gewerkschaften), denen sich das Unternehmen ausgesetzt sieht. Umgekehrt wurden auch kontroverse Fragen nach gewerkschaftlicher Organisation und „living wages“, die über dem aktuellen Mindestlohn liegen, gestellt. Das Unternehmen zeigte auf, wie internationale Normen im sozialen und ökologischen Bereich sukzessive umgesetzt werden.